Liebe Leserinnen und Leser,
ich selber spiele leidenschaftlich gerne Radball und musste mir, nachdem ich im Jahre 1981 aus beruflichen Gründen von Gießen nach Eltville gezogen bin, einen geeigneten Verein suchen, wo ich meine Sportart ausüben konnte. Wiesbaden Sonnenberg bot sich als nächster Verein an, wo ich dann auch vier Jahre lang mit meinem Mannschaftspartner Markus Hinz erfolgreich spielte und den Aufstieg in die Landesliga schaffte.
Als dann 1984 unsere Tochter Anne-Kathrin, und 1987 unsere zweite Tochter Lena zur Welt kam, ging die Familie vor und ich nahm eine „Auszeit“ vom Radball.
Nach etwas 2 Jahren „Entzug“ von meinem Sport wollte ich wieder anfangen. Aber die 20 Kilometer nach Wiesbaden waren mir einfach zu weit, zumal ich auch keinen Partner hatte, mit dem ich eine Mannschaft bilden konnte.
Bei Gesprächen mit alten Vereinskameraden merke ich, wie mich doch dieser Sport immer noch faszinierte. Spontan beschloss ich in Eltville einen Verein zu gründen. Aber so einfach war das nicht, denn Skepsis über das Gelingen meines Vorhabens machte sich breit, da ja gerade im Kinder- und Jugendbereich das Angebot an Freizeitgestaltung sehr groß ist.
Die zuständigen Stellen, ob es Rheingau-Taunus-Kreis, der Hessische Radsportverband (HRV), oder wer es auch immer war, signalisierten mir großes Interesse. Somit war der erste Schritt schon einmal getan.
Aber, zum Radsport -in diesem Falle Radball-, gehören auch spezielle Räder. Neu kaufen war unmöglich, da ein solches Rad über -mittlerweile- 1300 € kostet. Ich schrieb alle bekannten Vereine an und bat um Unterstützung. Die Radfahrvereinigung 1904/27 Gießen-Kleinlinden, bei der ich das Radballspielen gelernt habe und seit 1968 dort spielte, sagte mir spontan Hilfe zu, wie auch der Radsportverein aus Wiesbaden Sonnenberg.
So kamen fünf Räder zusammen und wir konnten beginnen.
Am 1.4.1989 wurde der Eltviller Radsportverein 1989 Rheingau gegründet. Später wurde der Name in Radsportverein Eltville 1989 umbenannt.
Die Gründungsmitglieder waren außer meiner Person, meine Frau Helga Rau -Kloske, Dieter-Kurt Krayer, Roland Volk, Margit Volk, Franz Haberer, Roland Dingeldein, Rudolf Schieferstein und Herr Rotter.
Nun mussten Sportler her, und das war nicht einfach, da der Radballsport und das Kunstradfahren im Rheingau überhaupt nicht bekannt war. Ich organisierte für den 18. 02.1989 eine Radsport-veranstaltung mit Gästen aus der Bundesliga, Schüler und Jugendliche aus Nachbarvereinen, und sogar die Weltmeisterin im Einer Kunstradfahren konnte ich für dieses Vorhaben gewinnen. Die Resonanz war niederschmetternd. Etwa 20 Zuschauer zeigten ihr Interesse. Nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung konnten dann die Kinder die Räder ausprobieren.In den ersten Trainingsstunden konnte ich aber dann über das Interesse der Sportler, zuerst Radball, danach auch Mädchen für das Kunstradfahren – nicht klagen und so kam es auch, dass wir später im hiesigen Raum auch bei verschiedenen Veranstaltungen auftreten konnten, um die Akrobatik auf dem Rad zu zeigen – natürlich war das für uns Werbung. Kurze Zeit nach der Gründung des Vereins hatten viele Radfahrer von nah und fern, die hobbymäßig mit Rennrädern – oder auch auf einfachen Tourenräder – auf der Strasse unterwegs waren, Interesse in den Verein einzutreten. Derzeit können wir insgesamt ca. 120 Mitglieder zählen.
Mittlerweile zählen wir über 25 aktive Hallenradsportler/innen im Kunstradfahren und Einrad.
Ich muss dazu sagen, dass wir die Sparte Einrad erst im Jahre 2001 dazu genommen haben. Meine Tochter Anne-Kathrin kam auf diese Idee.
Radball musste -mangels Übungsleiter- leider vor 3 Jahren auf „Eis“ gelegt werden !
Zu den größten Erfolgen in der bisherigen Vereinsgeschichte war in den Jahren 1993 bis 1996 mehrmals Bezirks- und Hessenmeister sowie in 1996 die Deutsche Vizemeisterschaft im Schüler- Radball mit den Spielern Sebastian Albus und Jan- Christopher Gärtner.
Im Kunstradfahren waren mehrere Sportler bis zur Hessenmeisterschaft vorgedrungen, sogar 1 x bis zur Deutschen Meisterschaft.
Mit sportlichen Grüßen Manfred Kloske
